Die Klettersteige Masaré und Rotwand im Rosengarten (B/C)


Rotwand-KlettersteigDie Klettersteige in den Dolomiten zählen zu den ältesten in den Alpen. Bereits im 1. Weltkrieg wurden die ersten Eisenwege zur Versorgung militärischer Stellungen angelegt. Steilwände wurden begehbar gemacht und etliche Tunnel gegraben. Viele heutige zur Gaudi genutzte Vie Ferrate in den Dolomiten haben eine traurige Vergangenheit. Diese beiden aber nicht: Die Klettersteige Masaré und Rotwand im wunderschönen Rosengarten. 

Es ist August und eisig kalt. Hier oben in Carezza scheint der Sommer ausgefallen zu sein. Seit Wochen regnet es und die Sonne lässt sich kaum zeigen. Noch am Vorabend standen einer Hüttenwirtin nach meiner Frage nach dem Wetter die Tränen im Gesicht. Sie meinte, sie hätten wochenlang keine Sonne gesehen. Ein Glück, dass wir hergefahren sind und die Sonne mitgebracht haben. Als wir aus unserem Tiefschlaf im Pepemobil erwachen strahlt die Sonne. Schnell springen wir in den Paolinalift und lassen uns gemütlich zur gleichnamigen Hütte auf 2125 Metern gondeln.

Von der Paolinahütte geht es erst einmal in großem Bogen um den Masaré-Kamm herum, bis wir auf halber Strecke zur Rotwandhütte auf das mächtige Denkmal von Theodor Cristomannos stoßen. Dem Urvater des Tourismus in Südtirol wurde hier ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt. Wir schießen ein paar Fotos und wandern weiter zur Rotwandhütte, die sehr fotogen an der Ostseite des Kamms liegt.

Die Rotwandhütte im Rosengarten

An der Rotwandhütte zweigen so einige Pfade in Richtung Masaré ab, dass es fast schwer ist den richtigen zu erwischen. Je nach Tourenplanung wird der Steig nämlich von Süden oder auch von Norden begangen. Wenn man jedoch die komplette Überschreitung zusammen mit dem Rotwand-Steig machen möchte, bietet sich die Tour von Süden aus eher an. Also halten wir uns immer links, wenn es links geht und kraxeln immer weiter hinauf zur Einstiegsstelle am Südende des Masaré-Steiges.

Die Felstürme im Rosengarten

Gleich am Einstieg begrüßt uns der erste von vielen Felstürmen, für die der Steig so bekannt ist. Wir folgen den Versicherungen eine steile Wand hinauf, klettern durch einen schmalen Kamin wieder hinunter machen das gleiche danach gefühlt noch 10 mal. Der Klettersteig ist nicht schwer, auch nicht zu exponiert und es macht einfach nur Spaß die Türme zu besteigen, abzuklettern und hin und wieder den Blick über das Rosengartenmasiv schweifen zu lassen.

So geht es eine ganze Weile, immer dem Grat entlang nach Norden, bis wir viel früher als erwartet schon das Ende des Steigs erreichen. Aber halb so schlimm, wir haben ja sowieso noch vor den Rotwand-Klettersteig dran zuhängen. Also kraxeln wir wieder einen Wiesenpfad  nach oben und folgen den Schildern in Richtung Fensterlturm.

Masaré-Klettersteig

Direkt am Einstieg des Rotwand-Steigs stehen wir vor der technisch größten Hürde: Eine absteigende Querung, relativ exponiert und mit feuchten Tritten. Richtig schwierig ist das aber nicht und so steigen wir wenig später auf der gegenüberliegenden Seite wieder aufwärts, bis die Versicherungen enden und wir über weite Alpinwiesen auf das Gipfelkreuz der Rotwand zulaufen. Die Aussicht ist wahrlich malerisch und beeindruckend.

Abstieg zum Vajolonpass

Am Gipfel zieht es gewaltig, denn warm ist es immer noch nicht. So machen wir uns an den Abstieg über den Rotwandgrat, den eigentlichen Kletterteil auf dem Rückweg. Immer am Seil gesichert führt der Weg den steilen Grat hinunter bis zum Vajolonpass. Nie schwer, jeder Meter ist ein Genuss und so klettern wir freudig den Fels hinunter, umgeben von der mächtigen Felswelt der Dolomiten.

Ab dem Vajolonpass wird dann wieder normal gewandert. Erst steil durch ein Schuttkar, später entlang der senkrechten Felswände der Rotwand und auf einem schönen Höhenweg zurück zur Paolinahütte. Dort gibt’s erst einmal ein leckeres Radler auf der Terrasse, bevor wir wieder glücklich hinunter zum wartenden Pepemobil fahren.

Fazit

Die Klettersteigrunde über den Masaré und Rotwand Klettersteig gilt als eine der schönsten Klettersteigtouren der Dolomiten. Die Steige sind nie wirklich schwer, beeindrucken aber durchgängig mit einer klasse Routenführung über Felstürme, auf Graten und durch enge Spalten sowie mit einer einmaligen Kulisse. Einzig der rege Verkehr kann die Klettersteigfreude trüben.

Durch die gute Erschließung durch Bergbahnen und Hütten ist hier an guten Tagen wirklich die Hölle los und wer nicht rechtzeitig losgeht, der kann schon einmal im Stau stehen. Das wird noch dadurch begünstigt, dass die Steige, je nach Tourplanung, von allen Seiten aus begangen werden. Jeweils einzeln können die Steige auch getrost von Einsteigern oder Familien begangen werden. Man sollte allerdings immer daran denken, dass man hier im Hochgebirge unterwegs ist und dieses entsprechende Gefahren birgt.

Hier gibt es

alle Bilder unserer Masaré – Rotwand-Tour

 

Die Tour gibt es – in anderer Gehrichtung – auch auf meiner Klettersteigkarte:

part of outdooractive

markiert , , , ,

Ein Gedanke zum Artikel “Die Klettersteige Masaré und Rotwand im Rosengarten (B/C)

  1. Hallo
    vor ein paar Jahren auch gemacht ! Sehr schöner und interessanter Klettersteig

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen