Feuchter Spaß am Stuibenfall (C)

Am Stuibenfall-Klettersteig im ÖtztalDer Stuibenfall in Niederthei ist der höchste Wasserfall Tirols. Knapp 160 Meter stürzen hier die Wassermassen der beiden Ferner Zwieselbach und Grastal in die Tiefe. Doch als wäre die Szenerie allein nicht schon beeindruckend genug, führt ein Klettersteig steil entlang der Abbruchwände hinauf und dort mitten durch die tosende Gischt.

Zum Abschluss unserer Klettersteig-Tagestour in Nassereith und auf die benachbarte Burgsteinwand wollten wir uns dieses herrliche Natur-Highlight nicht entgehen lassen. Kurzerhand legten wir vor unserer Abfahrt nach Arco noch einen Zwischenstopp am Parkplatz des Umhausener Ötzidorfs ein und machten uns an den 30-minütigen Zustieg.

Seilbrücke am Stuibenfall-Klettersteig, ÖtztalDen ersten Teil des Klettersteigs stellt der “Schleudergang”, eine etwa 10 Meter lange Seilbrücke dar, die auf die andere Seite des rauschenden Bachs führt. Obwohl das Wasser hier relativ ruhig ist, spürten wir in weniger als 2 Mete

rn Höhe die kalten Wassertröpfchen der Gischt und bekamen einen kleinen Vorgeschmack von dem,  was später – 160 Meter höher – noch auf uns warten sollte.

Immer dem Getose nach

Nach dieser kleinen Aufwärmübung stiegen wir einen schmalen Pfad in steilen Serpentinen durch den Wald nach oben bis zum “echten” Einstieg. Dort sind zahlreiche Tritthilfen, Klammern und Griffe in den Fels geschlagen, so dass auch blutige Anfänger oder kleine Kinder nicht überfordert sein dürften. Nach der kurzen Einstiegswand stiegen wir durch quer durch  ein Geröllfeld und erreichten direkt die nächste Felsstufe. Diese ist deutlich größer und führt direkt bis hinauf zur Fallkante des Wasserfalls.

Am Stuibenfall-Klettersteig im ÖtztalWir querten die Stufe erst auf einem langen Quergang, dann über eine kleine Verschneidung. Beim Blick nach unten merkten wir schnell, dass wir bereits deutlich an Höhe gewonnen hatten. Schnell ging es über eine ausgesetzte Traverse zum Rastplatz unter einem Felsvorsprung, wo wir auch das Steigbuch signierten. Bis zu diesem Zeitpunkt hörten wir den mächtigen Stuibenfall nur, sahen aber höchstens die feuchten Gischtwolken die die Felsen streiften. Doch hinter dem Rastplatz änderte sich das Panorama schlagartig. Die Stahlseile führten um eine ausgesetzte Ecke und wir klettern direkt auf die gewaltigen Wassermassen zu.

Schrei nach Foto

Die letzten Meter bis zum oberen Ende des Steigs führen unterhalb einer Aussichtsplattform senkrecht nach oben. Dort wartet dann das eigentliche Highlight des Steigs: eine Seilbrücke, die in nur einem Meter Höhe quer über die Fallkante führt, an der die schießenden Wassermassen exakt 159 Meter in die Tiefe stürzen.

Am Stuibenfall-Klettersteig im ÖtztalAlle drei machten wir uns nacheinander auf, diese markante Passage zu überqueren. Der Lärm war ohrenbetäubend und meine Rufe mit der Bitte um ein Foto mussten von wilden Gesten gestützt werden, um verstanden zu werden. Es folgten noch ein kurzer Aufschwung und eine Gehpassage im Wald und nach 45 Minuten waren wir durch. Noch ein kurzes „Gipfelbild“ und etwas durchfeuchtet ging es für uns direkt an den Abstieg auf dem Normalweg. Es wartete noch eine lange Fahrt nach Italien auf uns und es wurde langsam spät. Doch trotz des schnellen Abschieds bleibt mir der Steig in guter Erinnerung. Gerne komme ich hier noch ein weiteres Mal her. Dann vielleicht einmal mit meinen Kindern, wer weiß das heute schon…

Fazit:

Der Stuibenfall-Steig ist ein traumhafter Fun-Klettersteig, der extrem gut gesichert ist. Neben der in allen Klettersektionen durchgängigen Stahlseilsicherung sind alle Passagen mit Klemmen, Griffen oder Metallstiften versehen. Einsteiger und Kinder in Begleitung können hier herumturnen und dabei das Klettersteiggehen relativ gefahrlos kennenlernen. Die märchenhafte Umgebung mit den dunklen Wäldern und dem eindrucksvollen Wasserfall tun ihr übriges dazu. Der Gemeinde Umhausen ist am Stuibenfall ein toller Steig gelungen, den ich vorbehaltlos weiterempfehlen kann.

Eine ausführliche Tourenbeschreibung gibt es wie immer auch hier.

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