Klettersteigen 2013: ein Rückblick – Teil 1

Sulzfluh Klettersteig

Heute früh hat unsere Klettersteigausrüstung ihr Winterquartier in der Ausrüstungskiste bezogen. Vorläufig. Sollte sich spontan doch noch eine reizvolle Tour ergeben, würde ich sie ohne zu zögern aus ihrem Winterschlaf reißen. Nichtsdestotrotz neigt sich das Jahr dem Ende zu und auch wenn es nicht mehr klappen sollte, blicken wir auf zahlreiche Touren zurück die wir um nichts in der Welt missen möchten. Daher – und weil das grausige Wetter vor der Türe es geradezu aufdrängt – gibt es für Euch einen kleinen Jahresrückblick in bewegten Bildern.

Die folgenden Videos sind übrigens nicht von mir. Mit Fotos knipsen bin ich schon genug bedient. Doch da im Netz zahlreiche Klettersteig-Videos kursieren (davon manche gelungen, andere weniger), habe ich mir einmal die Mühe gemacht und versucht diejenigen herauszupicken, die mir am besten gefallen. So, genug der Worte. Ich wünsche viel Spaß beim Jahresrückblick 2013, Teil 1.


Klettersteig Lehner Wasserfall (C)

Der schöne Familiensteig im Ötztal ist auf jeden Fall ein Erlebnis und in Kombination mit den anderen Steigen vor Ort, wie zum Beispiel dem Stuibenfall oder dem Reinhard-Schiestl-Steig eine Reise wert. Je nach Tempo, Erfahrung und Kondition benötigt man für die Tour (Zustieg, Klettersteig, Abstieg) ca. eineinhalb bis drei Stunden. Wir hatten definitiv unseren Spaß.Eine ausführliche Tourenbeschreibung gibt es auch hier.


Leite-Klettersteig in Nassereith (C/D)

Kurzweiliger Klettersteig im oberen Schwierigkeitsbereich, der einem technisch und kräftemäßig einiges abverlangen kann. Die Platten sind glatt, einige Passagen steiler als sie auf den ersten Blick aussehen. Kleine Leute können hier augrund der wenigen natürlichen Griffe und Tritte Probleme bekommen und sollten in solchen Fällen am Notabstieg abklettern. Der Steig ist schön keine Frage. Sicher ist er allemal. Durchgängig verläuft das dicke Stahlseil vom Einstieg bis hinauf zum Jausenbänkle. Ganz persönlich fehlte mir allerdings das gewisse Etwas. Es gibt keine überhängenden oder exponierten Stellen und die Routenführung ist fast ein wenig eintönig. Ein bisschen beschlich mich das Gefühl, dass in Nassereith auf Biegen und Brechen ein Klettersteig gebaut wurde. Der kurze Zustieg, die Nähe zur Fernpassstraße und die sonnenseitige Ausrichtung werden aber sicherlich dafür sorgen, dass diesem Steig reger Andrang wiederfährt.Eine detaillierte Tourenbeschreibung und gpx-Tracks zum Download gibt es auch hier.


Reinhard Schiestl Steig (D/E)

Der Eisenweg an der Burgsteinwand ist ein Brett. Wer nicht absolut trittsicher ist oder nicht weiß, wie er in der Höhe tickt, der hat hier nichts verloren. Obwohl fast der gesamte Steig mit zahlreichen Trittstiegen und Klemmen versehen ist, fordern die konstant entweder senkrechten, überhängenden oder extrem ausgesetzten Passagen viel Ausdauer und Armkraft. Für mich hat sich mit der Begehung des Schiestl-Steigs sogar ein kleines Klettersteig-Träumchen erfüllt. Neben meiner letzten größeren Herausforderung, der Via attrezzata Monte Albano bei Mori, steht der Schiestl bislang ganz weit oben auf der Liste meiner bisherigen Lieblings-Klettersteige.Eine ausführliche Tourenbeschreibung mit gpx-Track zum kostenlosen Download gibts auch hier.


Stuibenfall-Steig (C)

Ein traumhafter Fun-Klettersteig mit extrem guten Sicherungen. Neben der in allen Klettersektionen durchgängigen Stahlseilsicherung sind alle Passagen mit Klemmen, Griffen oder Metallstiften versehen. Einsteiger und Kinder in Begleitung können hier herumturnen und dabei das Klettersteiggehen relativ gefahrlos kennenlernen. Die märchenhafte Umgebung mit den dunklen Wäldern und dem eindrucksvollen Wasserfall tun ihr übriges dazu. Der Gemeinde Umhausen ist am Stuibenfall ein toller Steig gelungen, den ich vorbehaltlos weiterempfehlen kann.Eine ausführliche Tourenbeschreibung gibt es wie immer auch hier.


Via Ferrata Che Guevara (C)

Der Klettersteig ist eine Herausforderung. Nicht unbedingt nur für versierte Klettersteiggeher, sondern auch für Einsteiger mit guter Fitness und all jene, die gerne an ihre Grenzen gehen. Das Tempo ist dabei ganz entscheidend. Wir waren an diesem Tag schnell unterwegs und haben alle anderen Gruppen überholt. Wer hingegen langsamer geht, schont einerseits natürlich Kräfte, ist aber auch wesentlich länger der brütend heißen Sonne ausgesetzt. Für beide Läufertypen gilt aber: viel Wasser – 3 Liter mindestens – mitnehmen, um nicht zu dehydrieren. Wie bereits erwähnt, sind anspruchsvolle Kletterstellen nur auf den ersten 200 Höhenmetern und dann wieder ganz zum Schluss, kurz vor dem Ausstieg, zu finden. Wer auf eine ausgefallene und schwierige Kletterei aus ist, der wird hier nicht fündig. Landschaftlich ist die Tour hingegen ein einmalig. Auch das optisch nicht ganz so schmucke Kieswerk am Wandfuß verschwindet mit der Zeit hinter einigen Felsabbrüchen und stört die Szenerie nicht weiter. Der Che Guevara ist eine traumhafte Tor(-tour), die es sich lohnt anzugehen.Eine  ausführliche Tourenberschreibung mit gpx-Track gibts auch wieder hier.


Crazy Eddy-Klettersteig (D)

Man erklimmt keinen Gipfel, man erreicht kein markantes Ziel, man klettert hoch, kehrt wieder um, steht dann vor dieser merkwürdigen Kettenkonstruktion und lauscht dem allgegenwärtigen Autobahnlärm. Wer Klettersteige mit Natur, Ruhe und Gipfelglück verbindet, der ist hier definitiv falsch aufgehoben. Wer hingegen auf Hochseilgarten-mäßige Action und Abeteuer steht und noch dazu zufällig in der Nähe ist, der kann hier getrost einmal vorbeischauen. Allerdings sollte man dann nicht vergessen ein langes Seil mit hochzuschleppen.
Eine ausführliche Beschreibung mit gpx-Track gibt es auch wieder hier.


Der Grünstein-Klettersteig (D/E)

Zwar ist der Steig wegen seines kurzen Zustiegs und der Lage im Touristenzentrum Königssee oft überlaufen, doch wer das weiß, der steigt einfach ein, bevor die Massen anrücken. Zwischen 6 Uhr und 8 Uhr morgens hat man den Steig für sich. Dank der variablen Einstiegsmöglichkeiten, der kreativen Wegführung und der guten Sicherungen ist der Grünstein-Klettersteig ein talnaher Klettersteig-Traum, der zu Recht hochgelobt wird.
Eine ausführliche Tourenbeschreibung mit gpx-Track zum kostenlosen Download gibt es auch hier.


Salewa-Klettersteig (C)

Nett, keine Frage. Aber das gewisse Etwas fehlt mir eindeutig. Natürlich brauche ich von einem familientauglichen Klettersteig im mittleren Schwierigkeitsbereich keine Wunder erwarten. Aber weder die Routenführung entlang der schattigen und zugigen Nordwand, noch die herunter polternden Steine oder das brüchige Gestein entlang der Geröll- und Schutthänge ließen mich euphorisch werden.
Eine ausführliche Tourenbeschreibung gibt es auch hier.


Tajakante-Klettersteig (D/E)

Eine alpine Tour, die mit grandiosen Ausblicken auf das Tajatörl und das majestätische Zugspitzmassiv besticht. Zwar gibt es immer wieder Abschnitte im leichten B-Gelände, die meiste Zeit jedoch führt der Steig im oberen C-Bereich in Richtung Gipfel. Immer wieder gilt es kurze, aber ziemlich steile D-Aufschwünge zu meistern. Eine klassische D/E-Passage fehlt. Die hohe Gesamtschwierigkeit entstammt eher der Länge dieser alpinen Route. Die Tour zählt den auch landschaftlich schönsten Klettersteigrunden Österreichs. Erfahrene Klettersteiger, die über Trittsicherheit, Kondition, Ausdauer und alpine Erfahrung verfügen, werden hier einen unvergesslichen Klettersteigtag erleben. Alle Anderen sollten es – der eigenen Sicherheit wegen – bei einer Wanderung auf die Coburger Hütte belassen.
Eine detaillierte Tourenbeschreibung mit gpx-Track zum kostenlosen Download gibt es hier.

Hier geht es weiter zu Teil 2.

 

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